Tschüss & Adé: USA

Liebe Leser,

Heute gibt es wieder ein Interview aus der Reihe „Tschüss & Adé“. Alex lebt seit einiger Zeit in den USA und stand mir Rede und Antwort. Wie immer wünsche ich viel Spaß beim Lesen.

(c) Alexander Krosse

Hi Alex, danke, dass du dir die Zeit nimmst. Wir beide haben uns 2009 kennen gelernt, bevor ich als Au-Pair in die USA gegangen bin. Kurz darauf hast du Deutschland ebenfalls den Rücken gekehrt, um dein Glück in den Vereinigten Staaten zu suchen. Mittlerweile lebst du seit 7 Jahren dort. Kannst du kurz erzählen, wie du in Amerika gelandet bist?

Es war für mich schon immer mein Traum die Welt zu bereisen und natürlich auch die USA zu sehen . Als du dann als Au-Pair in die Staaten gegangen bist dachte ich mir “Hmm, das kann ich ja auch mal probieren.”. Ich habe mit meiner Familie gesprochen und die haben gesagt “Wage den Schritt und erkunde die Welt, weil du die Möglichkeit dazu hast.”. Also hab ich mich beworben. Nie hätte ich gedacht, dass ich so schnell eine Gastfamilie finden würde, aber vier Wochen nach der Bewerbung hatte ich schon eine Familie gefunden, die mich aufnimmt und nach einem weiteren einen Monat bin ich bereits in die USA ausgereist. Ich kann mit Stolz sagen dass meine Familie und du eine Inspiration gewesen seid.

Wow. Ich fühle mich geehrt, dass ich dir bei deinem Weg so helfen konnte, und freue mich natürlich, dass du bereits seit so langer Zeit diesen Weg gehst. Du lebst mittlerweile in Virginia. Wie kam es dazu?

Ja, ich lebe in einem Vorort von Washington D.C. im Bundesstaat Virginia. Virginia war erst der dritte Stop auf meiner Reise. Mein erstes Jahr habe ich nahe Chicago, Illinois verbracht und war auch super glücklich dort. Aber ich wollte noch mehr von den USA sehen, also hab ich mich entschlossen mein zweites Jahr in einer anderen Familie zu verbringen. Im Januar 2011 bin ich also nach San Francisco gezogen. Leider hat die Familie mich dort nicht so gut behandelt, also bin ich ins Re-match gegangen und hab dann die Familie hier in Virginia gefunden. Seitdem lebe ich nun glücklich hier.

(c) Alexander Krosse

Virginia ist ein Staat, der dafür bekannt ist, verhältnismäßig viele Menschen mit europäischen Wurzeln zu beheimaten. Bekommt man das im Alltag, auch im Vergleich zu anderen Bundesstaaten mit? Gibt es vielleicht sogar eine deutsche Community?

Also so im Alltag bekommt man das eigentlich nicht mit. Es ist richtig, dass viele hier europäische Wurzeln haben, aber mit bloßem Auge kann man das nicht sehen. Virginia hat eine der größten deutschen Botschaften und die Bundeswehr ist hier stationiert, also hört man schon ab und zu mal Deutsche. Das war es aber dann auch. Wenn man Leute kennenlernt erfährt man dann mehr über europäische Wurzeln und wieviele Menschen eigentlich deutsche Vorfahren haben. Aber so in der Kultur ist nichts anders hier.

Womit verdienst du deinen Lebensunterhalt?

Im Moment bin ich Vollzeitstudent und wenn ich mein Lehramtsstudium
abgeschlossen habe werde ich hier an einer Grundschule als Lehrer anfangen.

(c) Alexander Krosse

Wie ist das Leben im Vergleich zu Deutschland?

Ich finde dass das Leben hier im Vergleich zu Deutschland einfacher ist. Jeder kann hier seinen Traum verwirklichen wenn man sich Mühe gibt. Jeder kann hier sein Studium machen, egal wie gut oder schlecht man vorher in der Schule war oder welchen Abschluss man gemacht hat. In den USA gibt es keinen Hauptschul-, Realschul- oder Gymnasialabschluss. Jeder geht in die High School und jeder hat die Chance auf ein Studium. Ich habe hier in den USA viel mehr erreicht als in Deutschland. Ich studiere, bin bei der Berufsfeuerwehr mit abgeschlossenem Feurwehr- und Rettungssanitäterabschluss und ich habe eine Freundin, die ich bald heiraten werde. Ich habe so viele großartige Erfahrungen hier gesammelt und so viele neue Freunde und eine Familie gewonnen, das kann mir keiner im Leben mehr nehmen. Ich vermisse natürlich trotzdem meine Familie und Freunde in Deutschland, aber ich weiß, dass sie sich auch für mich freuen. Aber ich bin ja nicht aus der Welt und dank Skype und Facetime können sie mich ja auch öfters sehen. Ich bereue keine Minute hier.

Abschließende Frage: Was würdest du auswanderwilligen Menschen anraten?

All die, die den Traum haben auszuwandern, empfehle ich: Folge deinen Traum und wandere aus. Ich bereue es bis heute nicht, dass ich den Schritt gewagt habe. Lebe deinen Traum und sei glücklich. Die ersten Monate sind schwer, aber danach wird alles besser. Man muss auch mal was im Leben wagen

Alex, vielen Dank für deine Zeit und weiterhin viel Erfolg. Vielleicht sieht man sich bald mal wieder.

(c) Alexander Krosse

Bubitzzz on Tour: Glasgow

Liebe Leser,

das vergangene Wochenende stand wieder ganz im Zeichen des Basketballs. Ich war diesmal allerdings nicht selbst aktiv, sondern als Teil des BBL-Trosses in Glasgow zum BBL Trophy Final 2017. In der Saison 2014/2015 war ich als Praktikant Teil der Geschäftsstelle der Liga. Zu gegebener Zeit werde ich an dieser Stelle auf dieses Praktikum zurückblicken.

 

Die Anreise inklusive des Fluges verlief soweit problemfrei. Da ich bereits gegen 14 Uhr in Glasgow war, konnte mich selbst eine Fahrt zum falschen Hotel nicht stressen. Mit dem Airport Express ist man innerhalb von 20 Minuten im Stadtzentrum, das Return-Ticket ist mit 10 Pfund preislich sehr moderat.

Untergebracht waren wir im Number 10 Hotel, einem netten 4-Sterne-Hotel mit einer noch netteren Hotelbar. Durch die geringe Größe des Hotels ist alles sehr familiär gehalten und die Anbindung ins Zentrum ist durch einen nur fünf Minuten entfernten Bahnhof auch gegeben.

(c) Tripadvisor

Im Laufe des Freitags traf auch der erste Teil der restlichen Crew ein, so dass wir den Abend mit ein paar Bier an der Hotelbar begannen und später im Stadtzentrum fortsetzten. Letztlich ließen die Cheerleader und ich die Nacht im Kokomo Club bei freien Eintritt und günstigen Drinks ausklingen.

Fünf Stunden Schlaf später ging es dann in die Emirates Arena um dort das Event vorzubereiten. Der Parkettbelag und die Körbe standen schon, alles andere gehört zur Vorbereitung durch die Liga. Also wurde der Transporter gemeinschaftlich entpackt und dann machte sich jeder an seine Aufgabe. Diese sind vielfältig. Das Parkett wird mit Vinyl ausgestaltet, die Werbebanden und der Kampfrichtertisch müssen platziert werden. Parallel dazu werden der Presseraum vorbereitet, das Eventoffice eingerichtet und die Stühle für die Wechselspieler, die Presse und die VIP’s gestellt. Dank der langjährigen Routine klappte alles problemfrei. Hier seht ihr ein vorher/nachher-Foto der Arena.

(c) Craig Sorrell

Der Abend wurde abgeschlossen durch ein perfektes Essen im Smoke BBQ Glasgow. Geniales Restaurant, mega Essen, schickes Ambiente, ich kann den Laden nur empfehlen. Fast alle Mitarbeiter des Events, die im Laufe des Tages alle eingetroffen sind, waren hier mit anwesend und es hat sich einfach gut angefühlt, ein Teil dieses Teams zu sein.

Sonntag, Gameday! Ab 9 Uhr waren wir in der Halle, es standen noch die letzten Vorbereitungen der Merchandise-Stände und des Box Office an. Das Ticketbüro ist seit dem Praktikum mein Baby. Mit der Öffnung der Türen um 11 Uhr begann der Andrang. Hier geht es weniger um den Verkauf von Tickets für das Event (wobei auch das eine Rolle spielt) als mehr das rausgeben von zurückgelegten Tickets, den Umtausch von Vouchern in Platzkarten und das Klären von Problemen. So verpasse ich zwar bei jedem Event das Spiel der Frauen und große Teile des Entertainment-Programms, aber schließlich bin ich auch zum arbeiten dort.

(c) Craig Sorrell

Zum Ende des ersten Viertels wird das Box Office geschlossen und ich habe Zeit, mir den Rest des Spieles anzusehen. Nicht, dass es dieses Spiel angesichts des deutlichen Sieges der Leicester Riders gegen die Plymouth Raiders wert gewesen wäre… Anyway, das Event an sich war trotzdem wieder großartig, die Spieler und die Fans haben gefeiert und das Feedback war durchgehend positiv.

Wie gut dieses Team der BBL funktioniert zeigte sich erneut beim Abbau. Bereits eine Stunde nach dem Ende des Spiels war der Transporter wieder beladen. Das funktioniert nur Dank der funktionierenden Strukturen und einem großartigen Teamgeist.

Den Abend haben wir dann diesmal durchgehend an der Hotelbar verbracht. Es war wunderbar, wieder mit den Freunden von damals zu quatschen, Witze zu reißen oder andere Leute neu kennen zu lernen.

Mit dem Rückflug am Montag endete das großartige Wochenende schon wieder viel zu schnell. Ich hoffe, bereits im Mai wieder beim Play-Off-Finale in London dabei sein zu können. Denn man weiß nie, wann man die zweite Familie das nächste Mal wiedersieht. Danke für alles!

Euer Bubitzzz

PS: Vielen Dank an TJ, dass er kurzfristig den kaputten Laptop wieder fixen konnte. Ich schulde dir was 🙂

Time for Australia

Liebe Leser,

während ich gerade in Glasgow verweile (Blogpost incoming 😉 ) hat sich mein Bruder zu seiner Zeit in Australien geäußert. Auch auf seinem eigenen Blog äußert er sich immer wieder zu seinem aktuellen Trip. Viel Spaß beim Lesen!

(c) Robert Vogel

Nicht alles läuft immer nach Plan – besonders beim Reisen trifft das definitiv zu. Pläne sind schön und gut, aber außerhalb von Kurztrips und Urlauben eher nicht sehr sinnvoll. Ich zum Beispiel hatte Pläne. Ich wollte nach Australien kommen, zwei bis drei Monate arbeiten, danach die Westküste entlang reisen, wieder drei Monate arbeiten und dann die Restzeit wiederum reisen. Ich wollte an keinem Ort zu lange bleiben, den gesamten Kontinent erkunden, unzählige Leute kennenlernen, Erfahrungen machen, Dinge erleben, Orte erkunden… Nach mehr als acht Monaten Australien sieht die Bilanz jetzt allerdings etwas ernüchternd aus. Ich war keinen einzigen Tag außerhalb von Western Australia, dem größten Staat Down Unders, habe bisher sechs Monate gearbeitet und die Restzeit fast ausschließlich in Perth und Fremantle verbracht. Jetzt muss ich mir wieder einen Job suchen, nachdem unser Campervan, in den wir viel Zeit und Geld investierten, nach drei Tagen Roadtrip kaputt gegangen ist. Eine ewig lang wirkende Woche hat es gedauert, bis wir aus dem winzigen Vorort zwischen Albany und Esperance raus kamen, ein Bekannter Australier fuhr den ganzen Weg hinunter um uns Abzuschleppen. Aber damit wären wir jetzt auch mal bei den positiven Dingen, denn bei all den „Vorfällen“ gibt es so vieles zu erzählen, was unmöglich in einen einzigen Text zu verpacken geht.

(c) Robert Vogel

Zuallererst genau dieses Beispiel – der Verlobte einer Arbeitskollegin borgt sich den Geländewagen eines Freundes und leiht sich einen Anhänger aus, fährt sieben (!) Stunden die knapp 550 km nach Ravensthorpe, an seinem Wochenende wohlgemerkt, um uns, zwei deutsche Backpacker, die er höchstens 4-5 mal gesehen hat, NEUN STUNDEN (!!!) lang zurück nach Fremantle abzuschleppen. Das alles am Stück, keine längere Pause, wir mussten ihm lediglich das Benzingeld und die Leihgebühr des Anhängers bezahlen und das war es. Anstatt also eine professionelle Firma zu beauftragen, wofür wir mindestens 1.700 Dollar bezahlt hätten kamen wir aus der Sache für ein Drittel des Preises raus. Australier sind im Allgemeinen sehr freundlich und hilfsbereit, zumindest bis es um Geld geht. Genau da muss man aufpassen. Mechaniker z.B. werden einiges versuchen um euch den ein oder anderen müden Dollar mehr abzuknüpfen.

(c) Robert Vogel

Aufpassen sollte man ansonsten noch vor anderen Backpackern, da dort die Gefahr am Höchsten ist, auf Arschlöcher zu stoßen, die einem ein Schrottauto als voll funktionstüchtig verkaufen oder anderweitig bestehlen wollen. Hier gilt es immer, Obacht zu geben und jeden so zu behandeln, wie man selbst gern behandelt wird. Der Großteil der Menschen, die ich bisher auf meinem Trip auf die andere Seite des Globus kennenlernen durfte, waren sehr vernünftige Leute, deren Bekanntschaft ich froh bin gemacht zu haben. Man lernt sehr viel in so einem Jahr; Selbstständigkeit, einen gewissen Ordnungssinn (da einem ansonsten alles wegkommt, wenn man ständig unterwegs ist), Respekt für andere Menschen und Kulturen und verbesserte Fremdsprachenkenntnisse einbegriffen, jedoch geht es um viel mehr als nur das. Auch wenn es sehr nach einem Klischee klingt – Selbstfindung spielt eine ebenso große und wichtige Rolle wie zum Beispiel zu lernen, mit Geld zu wirtschaften oder sich an einem fremden Ort mit der Bürokratie rumschlagen zu müssen. Egal was passiert, man hat das Gefühl, dass man alles irgendwie schaffen kann, sei es, da einem Menschen, die man erst wenige Tage vorher kennenlernte, aus der Patsche helfen oder man plötzlich nach wochenlanger Suche doch endlich einen Job findet, durch den man sich, sind wir mal ehrlich, dumm und dämlich verdienen kann hier unten. Klar, die Lebenskosten sind höher als beispielsweise in Deutschland, und trotzdem ist das Einkommen unfassbar hoch, womit man sich, wenn man etwas gut damit umgeht, einiges an Geld ansparen kann.
Australien ist DER typische Ort wenn es darum geht, das erste Mal lange alleine zu reisen. Viele Leute gehen auch in die USA um als Au-Pair zu arbeiten, auf dem roten Kontinent jedoch findet man Tausende und Abertausende von Europäern, Asiaten und Südamerikanern, die allesamt mit einem sogenannten Working Holiday Visa vor Ort sind und die Erfahrungen ihres Lebens machen wollen. Wahrscheinlich ist das auch bei Vielen der Fall. Für mich ist es jedoch nicht so. Ich habe hier bisher sehr sehr gute Menschen kennengelernt, darunter meine Freundin. Ich habe einige Dinge erlebt und Sachen gesehen, welche ich so in Europa nicht hätte erfahren können. Jedoch geht es für mich weiter. Nach meinem Jahr Work and Travel werde ich weiterhin reisen, Asien, Neuseeland, Südamerika, Kanada… Wer weiß wohin es geht, wer weiß schon wie lange. Ich will es nicht wissen.

Yesterday is the past and tomorrow the future. But today is a gift, that’s why they call it „present“.

In diesem Sinne, als einziger richtiger „Rat“ meinerseits – hört auf andere Leute zu beneiden, weil diese in der ganzen Welt unterwegs sind. Stattdessen macht es einfach genau so. Fangt an zu reisen, es gibt so viele Möglichkeiten Geld zu verdienen, es gibt so viel zu Erleben. Legt einfach los!

Zeit für ein Interview

Liebe Leser,

ein defekter Laptop sowie Umzugsstress hindern mich derzeit ein  wenig am Schreiben. Umso schöner, dass das folgende Interview geklappt hat.

Mein Interviewpartner ist Tobias Schlegel, freier Mitarbeiter bei der Mitteldeutschen Zeitung und ein ehemaliger Studienkollege meinerseits. Wir haben uns über das Basketballspiel der NINERS in Weißenfels unterhalten.

(c) Anett Linke

Bubitzzz: Hi Tobi. Seit wir uns kennen haben wir immer vom gestrigen Tag geträumt, einem Duell „unserer“ Vereine gegeneinander. Der Mitteldeutsche BC gegen die NINERS Chemnitz. Was waren deine Gedanken im Vorfeld?

Tobi: Es ist ein Derby und Derbys bringen immer einen gewissen Reiz mit sich. Allein schon auf den Rängen ist immer etwas los und auch auf dem Spielfeld gab es eigentlich immer packende Duelle zwischen beiden Teams. Genau das habe ich von dieser Partie erwartet und so ist es ja schließlich auch gekommen.

(c) Anett Linke

Bubitzzz: Du sprichst die Stimmung auf den Rängen an: Chemnitz ist mit zwei Fanbussen und insgesamt 250 Fans in Weißenfels eingerückt. Wie empfandest du den Support? Du hast ja nun direkt vor unserem Block sitzen dürfen.

Tobi: Wie du sagtest, saß ich genau neben eurem Block und hab alles genau mitbekommen. Ich denke, was die Trommeln und Fangesänge betrifft, war das schon recht ordentlich und es wurde eigentlich nie leise in eurem Block. Dass auch mal der eine oder andere Schmähgesang darunter war – geschenkt. Ich denke solche kleinen Sticheleien gehören auch einfach dazu, solange es im Rahmen bleibt und es nicht ausartet. Wichtig ist außerdem, dass man sich nach dem Spiel untereinander die Hand reichen kann und sogar noch ein Bierchen zusammen trinkt. So sollte es meiner Meinung nach sein. Allerdings sind an diesem Abend im Gästeblock auch nicht so schöne Dinge passiert. Dazu zähle ich das Spritzen von Flüssigkeiten (wahrscheinlich Bier) aufs Spielfeld nach dem Ziegenhagen-Dreier. Ob beabsichtigt oder nicht, sollte man sich bei sowas im Griff haben. Ich denke, ihr würdet so etwas im der Richard-Hartmann-Halle auch nicht gutheißen. Auch die Pöbeleien und Gesten sowie das Werfen von Gegenständen in Richtung der MBC-Spieler waren ein No-Go, auch wenn dies nur von vereinzelten Fans kam. Wie hoch war der Alkoholpegel bei dieser Auswärtsfahrt? Nee Spaß. Ist die Fahrt nach Weißenfels für euch die wichtigste Auswärtsfahrt des Jahres gewesen?

Bubitzzz: Das ein oder andere Hopfengetränk hat auf der Hinfahrt durchaus den Weg in unseren Körper gefunden, da hast du schon nicht Unrecht. Dass dies der Stimmung nicht abträglich war haben wir eindrucksvoll bewiesen. Du sprichst es an: Weißenfels ist das wichtigste Auswärtsspiel dieses Jahr gewesen. Nachdem ihr euch ein paar Jahre in der BBL ausgetobt habt, waren wir schon sehr aufgeregt auf das Duell. Ich denke fantechnisch war das auf beiden Seiten schon erstligareif. Gerade eure Banneraktion, sehr schick. Und sportlich läuft es ja auch bei beiden Teams dieses Jahr, nicht umsonst war das im Vorfeld das Duell des Spitzenreiters gegen den Tabellenvierten. Was denkst du, woran lag am Ende der Unterschied für euren Sieg?

Tobi: Zunächst einmal muss ich sagen, dass die Zuschauer drei Viertel lang ein Duell auf Augenhöhe gesehen haben. Chemnitz hat mit einer hohen Intensität gespielt und unter den Körben sehr stark agiert. Der MBC konnte dagegen mit einer starken Wurfquote von außen überzeugen. Zudem gab es in jeder Phase einen Spieler, der das Heft des Handelns in die Hand genommen hat. Zu Beginn war das Dominique Johnson, im zweiten Viertel Andrew Warren, nach der Pause Sergio Kerusch und Djordje Pantelic. Ich denke, dass diese individuelle Qualität am Ende den Unterschied ausgemacht hat. Außerdem wirkte Chemnitz im Schlussviertel etwas müde. Aber wie gesagt, ihr habt mit sehr viel Leidenschaft gespielt. Das ist sicher einer der Gründe für eure erfolgreiche Spielzeit?!

Bubitzzz: Auf jeden Fall. Wir haben dieses Jahr einen tiefen Kader, in dem der Großteil der Jungs verschiedene Positionen spielen und -noch wichtiger- verteidigen kann. Man merkt auch bei privaten Gesprächen mit den Spielern, dass das Teamgefüge passt und dass hierbei der sportliche Erfolg auch stimmt, macht es noch besser. Die Jungs machen Spaß! Euer Ziel kann nur der Aufstieg sein. Was wäre der ideale Playoff-Weg für euch?

Tobi: Das ist schwer zu sagen. Denn fest steht, dass die Playoffs definitiv kein Spaziergang werden, egal wie die Gegner heißen. Aus Fan-Sicht wären Duelle gegen Gotha/Erfurt im Viertelfinale und Chemnitz im Halbfinale natürlich ideal, denn das wären noch mal tolle Auswärtsfahrten. Chemnitz scheint momentan nicht ganz abwegig zu sein, Gotha wohl aber schon. Es spricht momentan viel für Paderborn, Hanau und Köln als ersten Gegner. In Köln haben wir letztens eine derbe 70:85-Packung bekommen. Ich denke, dass der MBC dieser Mannschaft wohl lieber aus dem Weg gehen möchte. Paderborn und Hanau nehmen sich finde nicht viel, denke ich. Im Halbfinale könnten wie gesagt die NINERS warten. Auf der anderen Seite des Playoff-Baums sollte Crailsheim die besten Chancen auf einen Finaleinzug und den Aufstieg haben. Das Team hat sich mittlerweile gefunden, was der MBC im Januar bei der bis dato einzigen Heimniederlage schmerzlich erfahren musste. Aber schauen wir mal, aktuell sollte das Augenmerk darauf liegen, die Hauptrunde auf Platz eins abzuschließen. Was ist dagegen euer Saisonziel? Ist die BBL kurz- oder mittelfristig ein Thema in Chemnitz?

Bubitzzz: Ich denke schon, dass das Team den Heimvorteil in den Playoffs anpeilt, schon um ein mögliches erneutes Duell mit dem MBC zu forcieren Auch wenn wir einen Lizenzantrag für die BBL gestellt haben: dieses Jahr wird es wohl eher nichts mit dem Aufstieg. Die Vereinsführung strebt diesen bis 2020 an. Ich denke, damit sind wir ganz gut bedient. Dann können wir das Derby endlich auf der ganz großen Bühne abhalten.

(c) Anett Linke

Tobi: Wie sieht es mit der Hallensituation aus, wenn ihr tatsächlich in ein paar Jahren aufsteigen solltet? Dann müsstet ihr eure Richard-Hartmann-Hölle ja verlassen, da diese den Anforderungen der BBL sicher nicht genügen wird. Was wäre die Alternative und wie sehr würde ein Auszug aus der RHH wehtun?

Bubitzzz: Genaue Details der Hallenplanung kenne ich als Außenstehender nicht. Für Topspiele kann man, wie schon zwei mal geschehen, in die Arena Chemnitz ausweichen. Dort bekommt man dann auch mehr als 5.000 Zuschauer rein. Generell würde eine Abkehr von der Harti natürlich schmerzen , doch für die Möglichkeit BBL muss man sich letztlich mit diesem Gedanken abfinden.
Tobi, vielen Dank für deine Zeit und das Interview. Wir sehen uns spätestens in den Playoffs!

Erste Reihe bei Circus HalliGalli

Liebe Leser,

vor zwei Wochen habe ich bereits mein Bedauern zum Ende von Circus HalliGalli zum Ausdruck gebracht. Jetzt hatte ich die Gelegenheit, selber als Zuschauer bei der zweitbesten Sendung der Welt teilzunehmen. Eingeladen hatte mich meine gute Freundin Lisa. Bereits Ende 2015 hat sie sich als Interessentin auf der Website von EndemolShine, der Produktionsfirma der Show, registriert, um an Karten für die Show zu kommen. Erst Ende letzten Jahres bot sich die Chance auf den Kauf von Tickets, damals noch nicht mit dem Wissen, dass es sich um die letzte Staffel von Circus HalliGalli handelt. Mittlerweile bittet Endemol bereits auf der Ticketing-Seite darum, von Eintragungen in die Interessentenliste abzusehen.

So waren wir also am Montag um 14 Uhr bei den Union Filmstudios. Schon die Wegbeschreibung setzte ein erstes Zeichen für die folgenden Stunden des Humors.

Vor Ort erwartete uns eine lange Schlange an weiteren Studiobesuchern. Wir waren völlig im Unklaren darüber, welche Art von Tickets wir bekommen sollten, denn bisher hatte Lisa nur eine Reservierungsbestätigung erhalten. Umso größer unsere Überraschung, als wir die Tickets dann in der Hand hielten: Block D, Reihe 1.

Uneinigkeit herrschte zwischen uns darüber, wieviele Zuschauerblöcke es denn im Studio gibt. Ich meinte, mich an vier Blöcke erinnern zu können, Lisa sprach von drei Blöcken. Sie sollte Recht behalten.

Kurz vor 16 Uhr begann der Einlass ins Studio. Jeder Zuschauer wurde kontrolliert, dass er keine Aufnahmegeräte und kein Handy mehr dabei hatte, diese mussten zusammen mit Jacken, Schals etc. an der Garderobe abgegeben werden. Als klassische Blöcke waren die Buchstaben A-C ausgeschrieben. Bei Block D handelt es sich um zwei Sitzreihen vor diesen Blöcken, direkt vor dem Schreibtisch und der Couch von Joko und Klaas. Und so gingen wir an den vielen anderen Zuschauern vorbei, um in der allerersten Reihe im Studio Platz zu nehmen. Ein supercooles Gefühl, so nah dabei gewesen zu sein!

Die Sendung selber war super witzig. Eine neue Folge des „Buddytachs“ mit Oli Schulz, Auftritt und Interview mit Ed Sheeran und Musikvideodreh der Schwarzwälder Kirschtorten (aka K.I.Z.). Interessant war bei der Ausstrahlung der Sendung, dass einige durchaus gelungene Witze und Poenten den Cut nicht überstanden haben. Uns war es allerdings egal, wir hatten unseren Spaß und waren auch einige Male in der Sendung zu sehen.

Das Video zur Folge findet ihr hier.

Ich bedanke mich nochmal bei Lisa für die wunderbare Idee. Es war eine tolle Erfahrung, Teil dieser Sendung zu sein. Ich kann das jedem nur empfehlen, ich denke, dass die verschiedenen Formate hierzu gut geeignet sind.

In diesem Sinne, macht es gut!

Euer Bubitzzz

@circushalligalli #nuffsaid

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