Vier Wochen, 5 Sterne

Liebe Leser,

während ich im Fernbus nach Chemnitz sitze, kommen mir so allerlei Gedanken in den Sinn. Es war jetzt mehr als vier Wochen still auf diesem Blog. Viel ist geschehen in der Zwischenzeit. Mein Laptop funktioniert nicht mehr richtig (einen Text ohne die Buchstaben a und y zu schreiben ist ein wenig anstrengend 😀 ), ich bin umgezogen, habe einen neuen Job. Viele Herausforderungen, wenig Zeit. Mea culpa.

Wie oben geschrieben arbeite ich seit Anfang April in einem 5* Hotel. In Berlin gibt es verschiedene Häuser dieser Kategorie. Die bekanntesten Namen sind sicherlich das Hotel Adlon Kempinski am Brandenburger Tor (die Royal Suite kostet pro Nacht nur schlappe 26.000 €), das imposante Waldorf Astoria am Zoo oder das klassische Westin Grand Hotel an der Friedrichstraße. Im übrigen: Als Präsident Obama die letzten Male in Berlin war, hat er die Präsidentensuite im Ritz Carlton Berlin bezogen.

(c) kempinski.com

Die Konkurrenz zwischen den Häusern ist enorm, im Bereich der Kunden wie auch bei den Angestellten. So habe ich mir von ehemaligen Mitarbeitern des Ritz sagen lassen, dass man nie in das Adlon wechseln würde, ebenso andersherum. Die Spitzenhäuser der Branche vertreten zumindest zum Teil noch echte Werte wie Arbeitnehmertreue und Stolz, welcher in der Hotellerie selten geworden ist.

Vor dem Bewerbungsgespräch hatte ich erst zwei Mal überhaupt ein Hotel dieser Kategorie betreten, dementsprechend groß war mein Respekt. Insbesondere die Vorstellung, mit welcher Art von Gästeklientel man arbeitet, hat mich unsicher gemacht.

(c) westingrandberlin.com

Nach vier Wochen lässt sich feststellen: es sind auch nur Menschen. Die meisten Gäste eines 5* Hotels sind gern dazu bereit sind, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, um beispielsweise Upgrades zu empfangen. Der Anspruch an das Hotel ist natürlich auch höher als im 3*- oder 4*-Bereich, aber letztlich wollen Gäste, egal ob Buisnessman, Scheich oder Familie auf Berlinurlaub, überall zufrieden gestellt werden.

Der größte Unterschied zu Hotels in unteren Kategorien liegt allerdings nicht unbedingt in den Hotelzimmern. Vielmehr sind es die zusätzlichen Services für den Gast, welche die verschiedenen Abteilungen gut miteinander zusammenarbeiten und kommunizieren lassen müssen. Ob nun das Essen aufs Zimmer mit dem Roomservice, Hilfe mit dem Gepäck vom Pagen oder der Einparkservice: Zusatzleistungen wie diese gibt es nicht in jedem Hotel und machen einen Aufenthalt speziell. Es ist eine besondere Erfahrung, ein Teil dieses Teams zu sein und so meinen Teil zur Zufriedenheit von Kunden beizutragen.

Jetzt genieße ich allerdings erstmal einen Kurztrip nach Chemnitz. Ich melde mich bald wieder, und dann nicht erst nach vier Wochen. Adios und ciao,

Bubitzzz