2 Jahre Berlin und die Frage: Was ist Heimat?

730 Tage wohne ich nun bereits in Berlin. Viel ist passiert in der Zwischenzeit, die Voraussetzungen sind heute ganz anders als 2015. Irgendwann kommt der Moment, in welchem ich merkte, dass die Stadt mir ungemein vertraut ist. Ist sie nun meine Heimat?

Ich komme ursprünglich aus Chemnitz, einer äußerlich auf dem ersten Eindruck unansehnlichen Industriestadt ohne echtes Highlight, sieht man einmal von der zweitgrößten Porträtbüste der Welt ab.  Es gibt nicht viele Touristen außerhalb der Weihnachtsmarktzeit, und selbst dort geht es im Vergleich zu Dresden oder Leipzig beschaulich zu.

Berlin dagegen ist eine Weltstadt. Mittlerweile leben mehr als 3,5 Mio. Menschen hier, fast das Vierfache an Touristen pro Jahr. Die ganzen Highlights der Stadt aufzuzählen würde den Rahmen sprengen.

Doch was macht nun die Heimat aus? Der Ort, an dem man geboren wurde? Dort, wo die Freunde wohnen? Oder doch eher der Platz, an dem man sich am wohlsten fühlt?

Ich bin mir unsicher, wie ich diese Frage beantworten soll. Gleichzeitig bin ich dankbar über alle Freunde, die erst dafür gesorgt haben, dass sich die Frage, ob Berlin überhaupt in die Auswahl kommt, stellt. Danke an die Freunde und Menschen in dieser Stadt, die mir die letzten zwei Jahe hier versüßt haben und mir helfen, immer weiter nach vorn zu schauen. Berlin, ick liebe dir.

Bubitzzz on Tour: Kopenhagen

Im Juni führte mich ein Junggesellenabschied nach Kopenhagen. Mein Studienfreund Andre hatte vor einem Jahr um die Hand seiner Lisa angehalten, jetzt stand die Hochzeit kurz bevor.

the day after 😀

Also ab nach Tegel – übrigens das erste Mal dass ich vom von der Schließung bedrohten City-Flughafen fliegen durfte – und mit Air Berlin nach Kopenhagen. Die Stunde verging wie im Flug (Ha! Wortwitz!) und schon landete ich bei sonnigen 25 Grad in der dänischen Hauptstadt. Der Pick-Up erfolgte durch den Junggesellen und die anderen Teilnehmer des Abschieds, welche mit dem Auto aus Norddeutschland gekommen und laut eigener Aussage in den zehn Stunden Fahrt bereits einmal betrunken und wieder nüchtern waren. Gute Grundlage also 😀

Untergebracht waren wir im Globalhagen Hostel in einem 10-Mann-Zimmer. Eine Straße weiter liegt bereits der Sortedams Sø, an dem wir erst einmal entspannen konnten. Insbesondere für die Autofahrer war dies wichtig, um später wieder hundert Prozent geben zu können.

Mit den Details des Tages verschone ich euch. Fakt ist, Kopenhagen wird nicht umsonst die „Stadt der Glücklichen“ genannt, jeder Mensch, der schon einmal dort war, wird dies auch bestätigen können. Die Leute sind unglaublich aufgeschlossen, sei es bei einem spontanen Flunkyball-Match im Stadtzentrum oder bei der öffentlichen Verköstigung von Berliner Luft: ausnahmslos alle Leute waren absolut entspannt, man konnte sich gut mit ihnen unterhalten und zusammen etwas trinken. Die Steakhäuser sind gut, solange keiner aus der Gruppe meint, den Boden neu dekorieren zu müssen und die Clubs machen Spaß, auch hier waren die Leute wieder absolut entspannt.

See beim Kastellet

Am nächsten Morgen ging es für den Rest der Truppe zurück nach Norddeutschland, während mein Rückflug erst am Nachmittag anstand. Ich nutzte also die paar verbleibenden Stunden, um ein paar Eindrücke von der Stadt zu bekommen. Also ab, das Tagesticket nutzen, um zum Kastellet zu kommen, den Resten der historischen Stadtbefestigung.

Kastellet

Doch war die Festung nicht das eigentliche Ziel. DIE Sehenswürdigkeit Kopenhagens ist Den Lille Havfrue, die Kleine Meerjungfrau. Die Statue vom Bildhauer Edvard Eriksen sitzt auf einem Felsen und kann berührt werden. Dementsprechend stehen die Touristenmassen Schlange, um ein Foto mit dem Kunstwerk zu machen.

Den Lille Havfrue

Zum Abschluss des Tages stellte ich mich vor die Wahl zwischen dem Zoo Kopenhagen oder dem Nationalaquarium. Ich entschied mich für „Den Blå Planet„. Ich fand ein wunderschönes Aquarium mit interessanten Tieren und anderen Lebewesen vor. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich die Gelegenheit habe, diese in Aktion zu sehen. So genoss ich die letzten anderthalb Stunden im Blauen Planeten. Direkt von dort fuhr ein Zug der selbstfahrenden Metro zum Flughafen Kopenhagen. Danke, du schöne Stadt. Du hast mich verzaubert.

Den Blå Planet

PS: Herzlichen Glückwunsch an Andre und Lisa zur Hochzeit. Ich wünsche euch alles erdenklich Gute!