Tschüss & Adé: USA

Liebe Leser,

Heute gibt es wieder ein Interview aus der Reihe „Tschüss & Adé“. Alex lebt seit einiger Zeit in den USA und stand mir Rede und Antwort. Wie immer wünsche ich viel Spaß beim Lesen.

(c) Alexander Krosse

Hi Alex, danke, dass du dir die Zeit nimmst. Wir beide haben uns 2009 kennen gelernt, bevor ich als Au-Pair in die USA gegangen bin. Kurz darauf hast du Deutschland ebenfalls den Rücken gekehrt, um dein Glück in den Vereinigten Staaten zu suchen. Mittlerweile lebst du seit 7 Jahren dort. Kannst du kurz erzählen, wie du in Amerika gelandet bist?

Es war für mich schon immer mein Traum die Welt zu bereisen und natürlich auch die USA zu sehen . Als du dann als Au-Pair in die Staaten gegangen bist dachte ich mir “Hmm, das kann ich ja auch mal probieren.”. Ich habe mit meiner Familie gesprochen und die haben gesagt “Wage den Schritt und erkunde die Welt, weil du die Möglichkeit dazu hast.”. Also hab ich mich beworben. Nie hätte ich gedacht, dass ich so schnell eine Gastfamilie finden würde, aber vier Wochen nach der Bewerbung hatte ich schon eine Familie gefunden, die mich aufnimmt und nach einem weiteren einen Monat bin ich bereits in die USA ausgereist. Ich kann mit Stolz sagen dass meine Familie und du eine Inspiration gewesen seid.

Wow. Ich fühle mich geehrt, dass ich dir bei deinem Weg so helfen konnte, und freue mich natürlich, dass du bereits seit so langer Zeit diesen Weg gehst. Du lebst mittlerweile in Virginia. Wie kam es dazu?

Ja, ich lebe in einem Vorort von Washington D.C. im Bundesstaat Virginia. Virginia war erst der dritte Stop auf meiner Reise. Mein erstes Jahr habe ich nahe Chicago, Illinois verbracht und war auch super glücklich dort. Aber ich wollte noch mehr von den USA sehen, also hab ich mich entschlossen mein zweites Jahr in einer anderen Familie zu verbringen. Im Januar 2011 bin ich also nach San Francisco gezogen. Leider hat die Familie mich dort nicht so gut behandelt, also bin ich ins Re-match gegangen und hab dann die Familie hier in Virginia gefunden. Seitdem lebe ich nun glücklich hier.

(c) Alexander Krosse

Virginia ist ein Staat, der dafür bekannt ist, verhältnismäßig viele Menschen mit europäischen Wurzeln zu beheimaten. Bekommt man das im Alltag, auch im Vergleich zu anderen Bundesstaaten mit? Gibt es vielleicht sogar eine deutsche Community?

Also so im Alltag bekommt man das eigentlich nicht mit. Es ist richtig, dass viele hier europäische Wurzeln haben, aber mit bloßem Auge kann man das nicht sehen. Virginia hat eine der größten deutschen Botschaften und die Bundeswehr ist hier stationiert, also hört man schon ab und zu mal Deutsche. Das war es aber dann auch. Wenn man Leute kennenlernt erfährt man dann mehr über europäische Wurzeln und wieviele Menschen eigentlich deutsche Vorfahren haben. Aber so in der Kultur ist nichts anders hier.

Womit verdienst du deinen Lebensunterhalt?

Im Moment bin ich Vollzeitstudent und wenn ich mein Lehramtsstudium
abgeschlossen habe werde ich hier an einer Grundschule als Lehrer anfangen.

(c) Alexander Krosse

Wie ist das Leben im Vergleich zu Deutschland?

Ich finde dass das Leben hier im Vergleich zu Deutschland einfacher ist. Jeder kann hier seinen Traum verwirklichen wenn man sich Mühe gibt. Jeder kann hier sein Studium machen, egal wie gut oder schlecht man vorher in der Schule war oder welchen Abschluss man gemacht hat. In den USA gibt es keinen Hauptschul-, Realschul- oder Gymnasialabschluss. Jeder geht in die High School und jeder hat die Chance auf ein Studium. Ich habe hier in den USA viel mehr erreicht als in Deutschland. Ich studiere, bin bei der Berufsfeuerwehr mit abgeschlossenem Feurwehr- und Rettungssanitäterabschluss und ich habe eine Freundin, die ich bald heiraten werde. Ich habe so viele großartige Erfahrungen hier gesammelt und so viele neue Freunde und eine Familie gewonnen, das kann mir keiner im Leben mehr nehmen. Ich vermisse natürlich trotzdem meine Familie und Freunde in Deutschland, aber ich weiß, dass sie sich auch für mich freuen. Aber ich bin ja nicht aus der Welt und dank Skype und Facetime können sie mich ja auch öfters sehen. Ich bereue keine Minute hier.

Abschließende Frage: Was würdest du auswanderwilligen Menschen anraten?

All die, die den Traum haben auszuwandern, empfehle ich: Folge deinen Traum und wandere aus. Ich bereue es bis heute nicht, dass ich den Schritt gewagt habe. Lebe deinen Traum und sei glücklich. Die ersten Monate sind schwer, aber danach wird alles besser. Man muss auch mal was im Leben wagen

Alex, vielen Dank für deine Zeit und weiterhin viel Erfolg. Vielleicht sieht man sich bald mal wieder.

(c) Alexander Krosse

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